Ruest Vom Werden und Vergehen meines Heimatdorfes

 
   
 

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ANLAGEN:

Bauern in RUEST um 1840
1. der Erbpächter Friederich Köpcke von der Hufe Nr. II
2. der Erbpächter Joachim Dieckmann von der Hufe Nr. IV
3. der Erbpächter Johann Weltzin von der Hufe Nr. V
4. der Erbpächter Joachim Westphal von der Hufe Nr. VI
5. der Erbpächter Johann Wiese von der Hufe VIII
6. der Erbpächter Johann Cords von der Hufe X
7. der Erbpächter Johann Garling von der Hufe Nr. XI
8. der Erbpächter Johann Ehmcke von der Hufe Nr. XII
9. der Erbpächter Johann Nehls von der Hufe Nr. XIII
10. der Erbpächter Friederich Garling von der Hufe Nr. XIV
11. der Erbpächter Joachim Weltzin von der Hufe Nr. XV
12. für den minorennen Gehöfts-Erben Johann Krüger von der Hufe Nr. XVI 
     dessen Vormund der obengedachte Erbpächter Johann Ehmcke
13. der Erbpächter Joachim Möller von der Hufe Nr. XVII
14. der Erbpächter Johann Sternberg von der Hufe Nr. XIX
15. der Erbpächter Friederich Zülck von der Hufe Nr. XX
16. der Erbpächter Johann Friederich Cords von der Hufe Nr. XXI
17. der Erbpächter Friederich Stüdemann von der Hufe Nr. XXII
18. der Erbpächter Joh. Heinrich Garling von der Hufe Nr. XXIII
19. der Erbächter Johann Borchert von der Hufe Nr. XXIV
20. der Schulze Johann Hahn von der Hufe Nr. XXV
21. der Erbpächter Friederich Cords von der Hufe Nr. XXVI
22. Erbkrügerhof Rieck Hufe I
23. Erbpächter Friederich Müller (Büthberg) Hufe III
24. Erbpächter Joachim Nehls Hufe VII
25. Erbpächter Soltwedel Hufe IX
26. Erbpächter Johann Garling Hufe XVIII

Schulzen und Bürgermeister von Ruest

 
           1665/1680   Jochim Wiese
             1704           Paschen Wiese
             1759           Joh. Wiese
             1783           und ff.Schulzenamt durch die
                               Familie Hahn ausgeübt                 
             1867           Rieck
             ab 1904      Westphal
                              Ernst Rieck
                              Richard Hahn
                              Hermann Garling  (XIV)
   
 
  Westphal
                            bis Mai 1945 Marten
           1945          Franz Sternberg
                            Willi Stachorra
           1947          Benno Ciesniewski
                            Sedelke
           1948          Fritz Riegel
           1949          August Sparr
           Danach Auflösung  der Gemeinde Ruest,
           eingemeindet nach Mestlin
   
 

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Aus dem Adreßbuch für Stadt und Amt Parchim von 1933

Ruest                                         
Entfernung von Parchim: 24 Kilometer
Post Postort: Mestlin
Bahnstation Below
Schulverband. Ruest
Lehr Lehrer Wilhelm Martin
Kirchspiel: Ruest - Mestlin                        
 
   
 
Standesamtbezirk: Mestlin
Standesbeamter:
 Lehrer Erich Fründt, Mestlin
Gendarmerie: Goldberg
Gemeindevorsteher: Hofbesitzer
 Hermann Garling, Mestlin 14
 Gemeinde. 298 Einwohner
Bartels, Rudolf, Arbeiter Hof 26
Bobzin, Dorothea, Wwe., Häuslerei 1
-Willy, Arbeiter, Häusler 1
 Bremcke, Heinrich, Altenteiler, Hof 1
-Johannes, Gastwirt, Hofbes. 1, Mest
Cords, Frida, Rentnerin Hof 10
- Karl, Hofbesitzer 10, Mestlin 20
- Martha, Wwe., Hof 2, Mestlin 38
- Minna, Hofpächterin 21
- Paul, Hofbesitzer 26
Dankert, Otto, Landwirt, Hof 4, Mestlin 42
Dau, Hans, Stellmacher, Hof 5
- Karl, Stellmacher, Hof 24
- Wilhelm, Kaufmann, Häusler 5
Dieckmann, Anna, Altenteilerin, Hof 23
- Fritz, Hofbesizer 4
- Paul, Hofbesitzer 23
Ehmke, Johannes, Hofbes. 12, Mestlin 21
Eschenburg, Bertha, Wwe., Hof 15
Flotow, Emil, Landwirt, Hof 7, Mestlin
Gads, Paul, Straßenarbeiter, Hof 26
Garling, Hermann, Hofbes. 11, Mestlin 25
-Hermann, Hofbesitzer 14, Mestlin 14
-Johanna, Altenteilerin, Hof 11   
-Sophie, Altenteilerin, Hof 14
Gehrkens, Friedr., Hofbes. 3 u. 5, Mestlin 1
Hahn, Richard, Gastwirt, Hofbesitzer 25,
Mestlin 15
Hartwig, Friedrich, Obermeiler, Hof 3
Jarchow, Christian, Altenteiler, Hof 18
- Walter, Hofbesitzer 18
Köpke, Günther, Wirtschafter, Hof 3
Kröger, Dorothea, Altenteilerin, Hof 1
-Paul, Hofbesitzer 16, Mestlin 48
Lappe, Friedrich, Forstarbeiter, Häusler 2
 Lorenz, Hans, Büdner 1
 - Wilhelm, Altenteiler, Büdnerei 1
Lübke, Adolf, Schuhmacher, Hof 21
Marten, Wilhelm, Lehrer, Schule
Mielandt, Walter, Hofbesitzer 2
Molkereigenossenschaft, Mestlin 22
Möller, Johannes, Hofbes. 17, Mestlin 49
- Minna, Rentnerin, Hof17
Nehls, Joachim, Altenteiler, Hof 7
-Johannes, Hofbesitzer 13, Mestlin 13
 Nieland, Walter, Hofbesitzer, Mestlin 52
 Piontek, Bruno, Arbeiter, Hof 5
 - Minna, Wwe., Hof 5
 Prestin, Hermann, Schmied.mst., Häusl. 1
 Rieck, Ernst, Hofbesitzer 24, Mestlin 10
Rüter, Ernst, Ingenieur u. Schmied,
Häusler 3, Mestlin 46
- FerdinandSchmiedemeister, Büdner 2
- Hans, Schmied, Häuslerei 3
 Schröder, Wilhelm, Arbeiter, Hof 5
 Schulz, Erich, Molkereiverwalter,
 Molkerei, Mestlin 22
 Soldwedel, Hermann, Hofbesitzer 9
 Spar, August Arbeiter, Häuslerei 2
 Steinfatt, Christian, Hofbesitzer 22
 Sternberg, Franz, Kaufmann, Hof 19
 - Rudolf, Hofbesitzer 19
 Wagner, Marie, Wwe., Hof 3
 Wahls, Erich, Hofbesitzer 8, Mestlin 16
 Weltzien, Heinrich, Hofbes. 15, Mestlin 39
 Westphal, Ernst, Hofbesitzer 6, Mestlin
 Zülk, Franz, Hofbesitzer 20, Mestlin 2

 

 
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Einwohner von Ruest 1951/52

   
 
Hufe I
HufeII
Hufe III
Hufe IV
Hufe V
Hufe VI
Hufe VII
Hufe VIII
Hufe IX
Hufe X
Hufe X
Hufe XII
Hufe XIII
Hufe XIV
Hufe XV
Hufe XVI
Hufe XVII
Hufe XVIII
Hufe XIX
Hufe XX
Hufe XXI
Hufe XXII
Hufe XXIII
Hufe XXIV
Hufe XXV
Hufe XXVI
 
Büdner:
 
 
 
Neubauern:
 
 
 
 
 
Häusler:
   
 
Emma Brenncke                        Ruester Krug
Liesbeth Nielandt                       Pächter Derwanz
Büthberg                                   Neubauern
Dankert
vor dem 1. WK zum Büthberg
Ilse Lynnies / Westphal
Ida Rinsche
Clara Wahls
Hermann Soltwedel                    Pächter Emil Peglau
Hans Cords
Irene Holz
Werner und Hans Ehmcke
Johann-Georg Nehls
Heinrich Radtke
Paul Weltzin
Ida Kröger / Dollase
Hans Möller
Else Jarchow
Liesbeth Dau
Hans Zülck
Wolfram Cords / Adrian
Steinfatt, Voss, Kientopp
Paul Dieckmann
Alfred Rieck
Richard Hahn jun.
Paul Cords
 
Fritz Steinfatt                            Eckehardt Hubert
Hans Lorenz
Günther Blodow
 
vom Büthberg ( unvollständig)
Stolz, Ratz, Heigel, Trenk, Bartolizius, Krumbis, Grigat,
Trittelfitz, Bosse, Schäfer, Blödow, Riegel, Kopper, Runge,
Sosnowski, Grossnik, Tolkstorf, Raudonus, Otto Dankert,
Paschen, Christopher, Wahrmann, Hans Dau, Brüning,
Loschewski, Krüger.
 
Willi Bobzin, Wilhelm dau, Hermann Prestin, Ernst Rüter,
August Sparr, Lappe.

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RuestB1

RuestB2

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Flurnamen der alten Feldmark (bis 1833)

(B. Keuthe, unter hauptsächlicher Verwendung einer Kopie
der Directorialvermessungskarte von 1777)
 
Bade Kuhl: Bereits 1777 aufgeführt. Als Badestelle der Dorfjugend bekannt.
Barckhorst: Birkenhorst
Bark Soll: Birkensoll
Baßberg, FK 1942: Bedeutung unklar. Vielleicht durch falsche Schreibweise entstanden.
Bauckhorst: Buchenhorst, auch Ruge Horst genannt, im Brandmoor am Ort.
Blanck Soll 1777, Dat schwat Soll, FK 1942: Das blanke oder schwarze Soll     
   südlich von Ruest. Blank in der Bedeutung "unbewachsen".
Blancke Ding, Blamkending, FK 1942: Aus Verschleifung entstanden (Blank
  Diek?), ein Teich am Ruester Krug. An seinen Ufern wurden früher Baumstämme zu
  Bretter verarbeitet. Dafür waren mehrere Gruben angelegt. Den Baumstamm legte man
  über die Grube. Die Säge bedienten zwei Personen, eine in der Grube, die andere stand
  über dem Stamm. Beim Baden in diesem Teich mußte man sich vor den vielen Untiefen
  vorsehen.
Brand Mohr, das: Ein ausgestrecktes Moor südöstlich am Dorf mit mehreren Horsten.
Brinck, in den: Eine Anhöhe zwischen dem Weg nach Kadow und dem
  Brandmoor südlich am Ort~ später Bleiche genannt.
Budenberg: Am Ruester Krug. Buden - von Büdner.
Buerfelds Soll: Nach dem daneben befindlichen Bauerfeld benannt.
Bultsahl, Lütt und Grot Bült Sahl: Kleines und Großes Binsensoll
Büthberg: Büth-Beute, sinngemäß besser Tausch, Wechsel-das Land, welches zur  
   Feldmark vom untergegangenen Dorf am Glockenmoor dazu kam.
Capit, im: Aus dem Lateinischen, Am Ende befindlich, spitz. Hier wohl ein 
  Wäldchen an der Stirnseite der Langstreifen eines Schlages.
Deip Büthbergs Mohr: Das tiefe Moor am Büthberg.
Dörpstäd, 1850: Die wüste Dorfstätte am Glockenmoor.
Duncker Soll: Nach einer Person benannt.
Eick Soll: Eichensoll
Eier Berg: Im Zusammenhang mit alten heidnischen (slawischen) Bräuchen zu sehen.
Eier Soll: Soll am Eierberg
Ein Eicken: Stelle am Weg nach Dinnies, darauf eine Eiche.
Eller Berg: Erlenberg
Felddiek: Feldteich
Fier Soll: In Bedeutung Vier, siehe Vier Mohr.
Fleder Kuhl, Grot, Lütt: Fliederkuhle, wahrscheinlich bereits die in der Urkunde von 1352
Fleisch Soll: Name eindeutig
Flog Kuhlen: In der Bedeutung Flecken
Fulgen, die: In der Bedeutung "Füllung", Bei einer Feldvermessung als zu klein festgestellte  
  Äcker wurden mit anderen Flächen bis zur geforderten Größe aufgefüllt. Diese waren die          
  sogenannten Fulgen.
Gottesacker. Im Kirchenbesitz oder früherer Friedhof
Hamburger Landstraße: Siehe Schwerinscher Landweg
Hassel Holtz: Mit Haselnußbüschen bestanden.
Häg Sählen, die: Ein mit Büschen oder Hecken umgrenztes Stück Land mit Söllen.
Hawer (Kalwer, Kavel) Soll (?), 1777, Mus Dieck, 1942: Auf der Karte von 1777
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 unleserlich. Das Soll trägt erst später den anderen Namen Mausteich.
Heid Horst: Am Brandmoor
Hell Kölcken: Ein Kolk, mit Bäumen bestandene Grube, im nordöstlichen Zipfel.
  Hell mitunter aus Hölle entstanden.
Hell Busch: Siehe Hell Kölcken
Herings Teich: Fischteich
Hexen Kuhl: Derartige FN zeigen meistens ur- und frühgeschichtliche  Siedlungsplätze an.
Hoppen Häven: Hopfenhof der Ruester
Hormenholtz: Ein Wäldchen. Namensgebung unklar. Trat bereits 1777 wegen der unbekannten
  Bedeutung als Wormen- auf. Personenname oder von Wurm/Lindwurm? Ähnlich bei Grebbin:
  Lindenwald. Der Name soll von einem Lindwurm, der in dem Wald hauste, übertragen
  worden sein.
Hufensoll: Auf den Bauerhufen liegend.
Ihlen Sahl: Ihlen in der Bedeutung Lehm oder von Ihler (Blutegel).
Käthel Kuhl: Kesselkuhle
Katten Pohl.- Katzenpfuhl.
Katten Pohl Teich: Der Dorfteich. In ihm wurden die jungen Katzen ertränkt.
Kistenberg: Enstehung des Namens unklar.
Klafler, im, 1777, im Auster, 1786: Klafter-das Längenmaß (die Strecke, die ein
   Mann mit ausgestreckten Armen ermessen kann), Aust-hier nicht in der
   Bedeutung Ernte, sondern "hinten gelegen, am Hintern"
Klocken Mohr: Nach der Sage der darin versunkenen Glocken des ehemaligen an
   seinen Ufern liegenden Dorfes unbekannten Namens.
Kolck Horst 1777, Müschen Horst: Am Büthberg gelegen
Kräpelberg: Möglicherweise siawischen Ursprungs, Krepost-Festung, also eine
  Wegsperre oder ein Fluchtort, eine Umzäunung oder dergleichen.
Krug, der: 1777 noch am westlichen Ortsausgang von Ruest liegend.
Krumm Mohr: Nach seiner gewundenen Form.
Kruth Garn, 1777, Kruth Camp: Kraut- oder Kohlgarten.
Kuckucks Berg: Ein mittelalterlicher Spähberg. Er hatte mit dem Vogel gleichen
  Namens nichts zu tun. Man beachte die Grenzlage zum Dinnieser Felde.
  Wahrscheinlich aus Kiekentstanden.
Lehrn Kuhl: Eine lag südlich vom Glockenmoor am Weg nach Mestlin, die zweite
   nördlich vom Ort am Weg nach Klein Pritz.
Lütt Mohr: Kleines Moor
Mücken Mohr, das, 1777, Meven Moor, 1786: Mückenmoor an der alten Grenze
  westlich des Ruester Kruges.
Mühlensoll: An der Scheide nach Klein Pritz, ein jüngerer Flumanie
Mümmeleken: Ein Moor nördlich am Glockenmoor. Mümmel - gelbe Teichrose.
Olls Mohr: An der Grenze zu Below.
Peper Soll: In der Bedeutung Pfeffer nach einer Pflanze mit pfeffrigem
  Geschmack, vielleicht das Pfefferkraut (Bohnenkraut).
Peters Sahl: Benannt nach einer Person, ebenfalls wie die anderen Flurnamen in
  der Zusammensetzung mit Peter.
Petersberg: siehe Peters SahL
Pfarr Huwe, die, 1777, Die Mestliner Pfarrhufe: Eine Hufe in der Größe von rund
  20 Hektar, die dem Mestliner Pastor zur Verfügung stand.
Poggen Soll: Froschsoll.
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Primer, der: Ein slawischer Flurname in der Bedeutung Grenzwald, nordöstlich
  des Dorfes
Reh Kuhl: Unveränderte Bedeutung.
Rönn Tannen, die Grossen, die Kleinen: Liegen an der "neuen Scheide zu Hohen Pritz". Ein Streifen Land mit den Tannen nördlich und nordöstlich des späteren Ruester Krugs wurde vor    
  1777 abgetrennt und zu Hohen Pritz geschlagen. Rönn in der Bedeutung "Grenze".
Rosen Horst: Nach darauf wachsenden Heckenrosen oder Malven? Flurnamen in der
  Verbindung mit Rosen- bezeichnen oft urgeschichtliche Bestattungsplätze
  (Urenfelder und dergleichen).
Röth Sahl, 1777, Rith Sahl: Am Dorf. Zur Aufbereitung des Flachses, welcher ins
  Wasser des Solls gelegt wurde, damit die Haut der Stengel verrottete. Dabei
  nahm der Flachs eine rötliche Färbung an.
Rüester Busch, am: Ein Waldstück an der Groß Niendorfer Scheide.
Ruge Horst, Ruge Kuhl, 1777, Rüst Kuhl Soll, Rustkuhl 1786- Orte in Verbindung
  mit Ruge kennzeichnen meistens ur- und frühgeschichtliche Siedlungsplätze.
  Ruge -rauh. In unmittelbarer Nähe lag der Silberberg, ein bronzezeitliches
  Hügelgrab. Die Gegend ist jetzt mit Ställen überbaut. Nicht verwechseln mit der 
  Rug Horst/Bauck Horst im Brandmoor.
Ruester Krug, 1850.- Entstand 1832/33 an der Kreuzung der Wege Mestlin-
  Sternberg und Ruest-Groß Niendorf.
Saager Kuhl: mehrere Bedeutungen möglich
Sauerberg: Jüngerer Flurname, in der Karte von 1777 nicht aufgeführt. Liegt 
  zwischen Ruest und der Scheide nach Klein Pritz. In Verbindung mit Sauerampfer?
Scheibe Berg, der: Der schiefe Berg, nach seiner Form benannt.
Schlie Soll: Schleiesoll
Schwerinsche Landweg, der: Führte durch das Dorf nach Goldberg. Um 1832/33 wurden die   
  beiden über längere Strecken parallel verlaufenden Wege nach Groß Niendorf und Schwerin ab
  dem Ortsausgang Ruest bis zum Ruester Krug zu einem vereinigt. Der Weg nach Groß Niendorf
  nannte sich auch Hamburger Landstraße. Der Schweriner Weg ist nicht mehr vorhanden.
Seut Grund, 1777, Süße Grund: Nach den hier wachsenden Pflanzen.
Silberberg, Silberbergs Mohr: Östlich vom Ruester Krug am Hof Nieland
Steinbrink: Auf der Karte von 1777 nicht verzeichnet, nordwestlich von Ruest.
Timpe Sahl: In der Bedeutung Zipfel, spitzwinklig, südlich Ruest.
Teufelsgraben: Der Weg von Ruest nach Mestlin, jetzt überpflügt, führte darüber hinweg. In der Nähe die Hexenkuhle und der  Blocksberg, bereits auf dem  Kadower Feld.
Todten Kuhl: An der Grenze zu Klein Pritz am Totenberg gelegen.
Torf Mohr: Hier wurde Torf gestochen.
Totenberg: Der erste Berg von der Klein Pritzer Scheide nach Ruest. Wenn ein Toter zum Begräbnis nach Ruest       
  gebracht wurde und der Leichenzug diesen Berg erreichte, begann man in Ruest die Glocken zu läuten.
Trocken Büthbergs Mohr: Nordwestlich des Ruester Kruges.
 Vier Mohr. Nach einem in der Nähe befindlichen Acker benannt, der in vier Perioden statt
  der  sonst üblichen drei bestellt wurde.
Water Horst: Südöstlich des Ortes.
Wiechel Ohrts Mohr: In neuerer Zeit: Gemeindeland. Eine Weide am Ruester Krug.
Worinenholtz, vorm. Wormen- oder Hormen, siehe auch dort.
Wuhrs, de, 1850: Die Wuhrten des untergegangenen Dorfes am Glockenmoor.
Zegen Sahl, Lütt und Grot: Kleines und Großes Ziegensoll

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RuestB3

 
 

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1870/71 Gefallene

Nach einer Tafel in der Ruester Kirche:

"Carl Johann Heinrich Tiede, geboren zu Rüst am 17. November 1843, starb in Folge der Kriegsstrapatzen zu Rüst am 1. Mai 1872."

Im 1. WK Gefallene

Reservist Otto Egger                     26.10.1914              Gefreiter Ernst Egger                4.10.1917     
Ers.-Reserv. Wilhelm Braasch       26. 7. 1915              Füsilier Friedrich Jarchow           16.5.1918 
Grenadier Heinrich Bartels             17.11.1915              Leutnant Willy Dieckmann           4.7.1918                           Kriegsfreiw. Karl Jarchow                20. 3.1916              Füsilier Paul Dau                       7.8.1918                   
Grenadier Ernst Milding                  27. 7.1916              Landstpf. Friedrich Haefke         3.9.1918        
Matrose August Cords                   14. 8.1916

Im 2. WK Gefallene und weitere 1939-45 Verstorbene

Ernst Becker                           Sept. 1939                     Willi Möller                    18.11.1944                                    Karl Cords                                 11.8.1941                     Fritz Westphal                       1945                                   Hermann Prestien                      26.6.1942                     Paul Holz              verm. April 1945                               Friedrich Ehmcke                    verrn. 1943                     Johannes Brenncke          Mai 1945                                   Otto-Karl Nehls                        13.12.1943                     Erich Schulz                    Mai 1945                                  Hans Soltwedel                           8.5.1944                      Else Schulz                    Mai 1945                                  Erich Hahn                                24.6.1944                      Renate Schulz                Mai 1945                              Friedrich Rinsch           verm. August 1944                       Alma Nehls                     6.5.1945                                   Ernst Rüter                  verm. August 1944                       Frieda Ehmcke            10.12.1945                                Hans Steinfatt              verm. August 1944                      Walter Jarchow            Fünfeichen                                 Ulrich Marten                            19.8.1944                       Ernst Westphal            Fünfeichen                                
Karl-Friedrich Soltwedel               4.9.1944

Bei Ruest aufgefundene tote Wehrmachtsangehörige

F 1 - Anfang Mai tot aufgefundenen, in Mestlin bestattet. Grab nicht mehr vorhanden.

F 2: Hier erschossen Soldaten der Roten Armee 4 deutsche Soldaten und 2 Nachrichtenhelferinnen. Begraben in Mestlin, Grabstelle nicht mehr vorhanden. Das waren die toten Soldaten, denen Werner Ehmcke die Soldbücher abnahm und versteckte. Nach seiner Rückkehr waren die Papiere durchnäßt und nicht mehr leserlich. Die Erkennungsmarken sollen durch Gutsarbeiter Paschen weggeworfen worden sein. Außerdem auf dem Friedhof in Mestlin eine Grabstelle mit Holzkreuz und der  Inschrift:,2 unbekannte Soldaten".

F 3: Ein toter Soldat aus Röbel lag auf der Hufe XI. Wurde von seinen Angehörigen abgeholt. Ein weiterer wurde von den Frauen Cords und Hinz vorläufig begraben, kam später nach Mestlin, Grab nicht mehr auffindbar.

F 4: Im Brandmoor stöberten die Russen 7 deutsche Soldaten auf und erschossen diese. Begraben auf dem Kirchhof in Ruest, versehen mit Holzkreuzen, Gräber noch erkennbar, Stahlhelme waren noch lange Zeit vorhanden.

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Nw1900 1

Diese Aufnahme stammt ungefähr aus dem Jahre 1900 und zeigt einen großen

Teil der Ruester Bauernschaft vor dem späteren Ruester Krug.

Sitzend von links- Kröger (XVI), Soltwedel (IX), Sternberg (XIX), Rieck (I), Ehrncke (XII), Welzien (XV), Stehend von links: Wiese (IIX), Möller (XVII), Nehls (XIII), Jarchow (XVIII), Köpcke (II), Garling, auch Schimmel-Garling genannt (XIV), Dieckmann (IV), Westphal (VI), Stüdemann (XXII), H. Welzien (V). 

RuestB4

   
 

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Landeszeitung vom 1. 7. 1952:
Großbauer Wahls sabotiert unsere Gesetze
Landarbeiter mit Messer bedroht - Saboteure müssen streng bestraft werden
   
 
Parchim (H. Eig. Ber.). Der Großbauer Wahls
aus Mestlin-Rüst hat eine Landwirtschaft von 42 ha
Obwohl er oft aufgefordert wurde, seine
gesetzlichen Verpflichtungen zu erfüllen, tat er
dies nicht.
Er beschäftigte mehrere Landarbeiter, hat aber
noch niemals die Tarife, wie sie im Landarbeiter-
schutzgesetz festgelegt sind, eingehalten. So zahlteer dem Landarbeiter Kiffe, der Landarbeiterin
Fährmann und deren Kindern, die bei ihm beschäf-
 tigt waren, niemals den vollen Tarif. Zwei Pflege-
kinder hat er angenommen, die bei ihm schwerste 
Arbeit verrichten müssen und oft geschlagen wer-
den. Aus diesem Grunde verließen nach ordnungs-
gemäßer Kündigung die bei ihm beschäftigten
Landarbeiter die Arbeitsstelle, weil sie sich nicht 
länger ausbeuten lassen wollten. Als ihm die Land-
arbeiter ihm Entschluß mitteilten, wurde der Groß-
bauer Wahls ausfallend, ging zu Tätlichkeiten über
und bedrohte die Landarbeiter sogar  mit dem blan-
ken Messer. Die Landarbeiterin Fährmann mußte
sich in ihre Kammer einschließen und die Tür    
   
 
verriegeln. Wahls warf daraufhin mit Feldsteinen
die Fensterscheiben der Kammer der Landarbei-
terin ein und versuchte, sie mit Steinwürfen in
ihrer Kammer zu verletzen
Die Landarbeiterfamilien, die den Schutz des
Staates gegen solche Verbrecher mit Recht ver
langen, wandten sich an die SED als ihre Partei.
Sie haben inzwischen durch die Unterstützung
der SED die volle Hilfe der Verwaltung erhalten,
während die Familie des Großbauem Wahls für
ihre verabscheuungswürdige Handlungsweise
zur Verantwortung gezogen wird. Alle Landar-
beiter sollen wissen, daß sie in solchen und ähn-
lichen Fällen den vollen Schutz der Gesetze der
Deutschen Demokratischen Republik in Anspruch
nehmen können, und daß sie in jedem Falle auf
die Hilfe der Partei der Arbeiterklasse, die SED,
rechnen können.
Die Landarbeiter der Gemeinde Rüst-Mestlin u.
die Bevölkerung verlangen die sofortige Bestra-
fung dieses Verbrechers und schamlosen Aus-
beuters.

Bemerkungen zum Artikel der LZ vom 1. 7. 1952

(J.-G. Nehls)

Zwischen Ostern und Pfingsten 1952 zeichnete sich eine besondere Spannung bei den Flüchtlingen ab. Hatten sie bisher einiges Zubrot bei den Bauern verdient, wollten sie plötzlich nicht mehr helfen. Es war, als ob es gesteuert  wurde.

So hatten Frau Fährmann und Kiffe, die bei Wahls (Hof VIII) wohnten, jegliche Hilfe auf dem Feld urplötzlich verweigert. Wahls versuchte vergeblich, beide zur weiteren Hilfe zu bewegen. Das Hacken und Verziehen der Rüben stand  vor der Tür. Wahls, 1940 wegen eines schweren Herzfehlers wehruntauglich geschrieben, verlor die Beherrschung und warf von außen mit einem Stein eine Fensterscheibe seiner eigenen Wohnung ein. Weiteres war nicht geschehen, es wurde auch kein Messer gezückt. Auf Veranlassung der beiden Frauen holte die Polizei Wahls ab und brachte ihn in ein Krankenhaus nach Schwerin. Man stellte fest, daß Wahls kein besonderer Pflegefall war. Er durfte das Krankenhaus wieder verlassen. Schließlich kam  es zum Prozeß. Wahls wurde verurteilt. Die Frauen Fährmann und Kiffe zeugten gegen Wahls. Frau Wahls mußte vom Hof und wurde in Schwinz untergebracht.

Als alles gelaufen war, brachte man die Zeugen Fährmann und Kiffe nach Sachsen. Vor ihrer Verlegung brachte man sie bei mir unter, wo sie aber nicht lange wohnten. Denn sie lagen ständig dem Bürgermeister in den Ohren, weil des  Nachts -".......der Besitzer Nehls auf dem Hof umherspukte".

So war die Sache Wahls und nicht anders. Es mußte ein Fall geschaffen werden, ein Fall gegen die Großbauern.

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Landeszeitung vom 4.7.1952:
Großbauern in Rüst sabotieren die Gesetze
     Was tut der Landrat des Kreises Parchim, um solche Elemente zu bestrafen?
   
 

Schwerin (Eig. Ber.). Die V. Landesdelegierten-Konferenz der Sozialistischen  Einheitspartei Deutschland brachte eindeutig zum Ausdruck,        daß die Nichteinhaltung der Gesetze strengstens bestraft werden muß. Hier  gilt es also für unsere Landräte der Kreise dafür zu sorgen, dass alle Bau-  ern, die bisher wenig Verantwortungsbewusstsein zeigten, zur Verantwortung  gezogen werden. Mit   der Urlaubsstimmung, wie sie in einzelnen  Kreis-verwaltungen zu finden ist, muß Schluß gemacht werden. Den  Funktionären, die meinen, mit Ab-schluß der V. Landesdelegiertenkonferenz höre      der Kampf um die termingerechte Erfüllung  der Produktionspläne auf, muß eindeutig gesagt wer-  den, das werden  unsere Arbeiter in der Industrie-produktion nicht dulden und ihre Ablösung und Bestrafung fordern. Das gilt besonders für einzelne

   
 

Landräte und Erfasser.                                             Im Kreise Parchim gibt es die Großbauernge  -meinde Rüst. Alle Großbauern ohne Ausnahme hinken in unverantwortlicher Weise in allen Pro- duktionen hinterher. Da ist z.B.der Großbauer Zirk. Er hat ein Auflagesoll  in Schweinefleisch von      3498 kg. Geliefert hat  er bis heute 259 kg. Das      bis heute gelieferte  Schweinefleisch reicht bei  weitem noch nicht aus, um nur alleine die  Rück- stände von 1951 zu decken. Deren Beispiel könn-   te man  noch viele anführen. Bei solchen Elemen   -ten kann man nicht von „Pech in der Wirtschaft“ sprechen, das ist offene Sabotage. Der Landrat    des Kreises Parchim sollte anordnen, daß  verant-wortungsbewußte Erfasser in dieser Gemeinde   dafür sorgen, dass das Gesetz der  Pflichtabliefe- rung eingehalten wird.

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Der Rat des Kreises Parchim                              Parchim, den 14.3.1952

________LANDRAT______

An den
Bauern Herrn .Georg Nehls..
in .........................Mestlin..........
 
Betr.:Erfüllung der Ablieferungspläne 1952.
 
Die erste Pflicht eines jeden aufrichtigen Deutschen ist es, in dem sich ständig verschär-
fenden Kampf um die Erhaltung des Friedens und die Einheit unseres Vaterlandes mit
zuhelfen.
Dies kommt in erster Linie dadurch zum Ausdruck, darß Jeder, ob Werktätiger in der
Fabrik, Bauer in der Landwirtschaft oder wo er sonst stehen mag. durch Taten beweist,
daß er aktiv an diesem Kampf teilnimmt und seine ganze Kraft für die Erfüllung unseres
Volkswirtschaftsplänen 1952, dem entscheidenden Jahr unseres großen  Fünfjahrplanes, zur
Verfügung stellt
Die Landwirtschaft hat hierbei eine ganz besondere Aufgabe und deren erstes Gebot ist
 es. die Volksernährung in diesem gigantischen Kampf zu sichern.
 
Der Großteil unserer Bauern, besonders der werktätigen Bauern, hat es verstanden, seinen
Verpflichtungen gegenüber der Bevölkerung nachzukommmen. Dieses gelang ihnen auf
Grund ihrer pflichtbewußten Einstellung zur Friedenspolitik unserer Regierung und fort-
schrittlichen Wirtschaftsführung ihren Betriebes.
 
Wie durch wiederholte Kontrollen festgestellt wurde, führt die Bewirtschaftung Ihres
Betriebes nicht zu diesem groben Ziel. Die Folge hiervon ist, daß Sie bereits jetzt schon
bei Anfang des Jahres 1952 Ihren Ablieferungsverpflichtungen nicht termingemäß nachge-
kommen sind. Dieser Zustand ist zum größten Teil auf -Ihre persönliche Haltung und
Interessenlosigkeit zurückzuführen. Auch Sie sind gegenüber dem Volke ganz besonders
verpflichtet die Voraussetzungen in Ihrem Betrieb zu schaffen, die Ihnen die Gewähr
geben. das bisher Versäumte schnellstens nachzuholen.
Ich stelle Ihnen anheim, diese dringende Mahnung ernst genug betrachten zu wollen.
Der Rat der Gemeinde ist beauftragt laufend über den Stand Ihrer Wirtschaft zu berichten.
 
 F.d.R                                                              gez. Braun
                                                                         Landrat
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Quellennachweis

1.   Von den alten Familien zu Mestlin, Güstrow 1938 (Kurzfassung der  Chronik

     zu Mestlin des Pfarrers Buchholz von 1785)

 2.   Mecklenburg zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, Dr. Schnell, Güstrow, 1907

3. Deutsche und slawische Einflüsse in der Dobbertiner Kulturlandschaft, Franz

     Engel, Kiel, 1934

4.   Kapitalistische Bauernbefreiung, G. Moll, Verlag Hinstorff, Rostock, 1968

5. Vererbpachtung ohne Bauernlegen, Prof. Dr. G. Moll

      in"MecklenburgMagazin", Beilage der SVZ, April 1994

6.   Berichte von Landsleuten

7.   Karten von Ruest und Mestlin des Landeshauptarchivs in Schwerin

 8. Mecklenburgisches Urkundenbuch,

     Urkunden Nr. 7583 (1352),7875 (1354),9542 (1366)

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